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Mittwoch, 08. Februar 2012 

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Sucht

Nach der Definition der WHO spricht man nicht mehr von Sucht, sondern von Abhängigkeit.

Nennen wir als Beispiel einen Studenten, der Prüfungsstress mit Beruhigungsmedikamenten „aus­gleichen“ will. Er wird bei der Prüfung ruhiger sein, wird die Einnahme aber bei weiteren Prüfungen wiederholen, um so seine "Leistungsfähigkeit" zu sichern. Der hier vorliegende Missbrauch wird zur (psychischen) Abhängigkeit, wenn zuerst "nur" Prüfungen, später alle Schwierigkeiten im Alltag mit diesem Suchtmittel (was auch für alle anderen gilt!) "gemeistert" werden (können). Der Körper "erin­nert" sich (man spricht vom Suchtgedächtnis!) bei allen Suchtmitteln an die eintretende Wirkung (z.B. Alkohol: beruhigend, enthemmend als "Belohnung" nach hartem Arbeitstag) und verlangt dieses Suchtmittel nach anhaltendem Missbrauch später immer wieder (Suchtdruck) in entsprechenden Situationen. Diese Situationen der Suchtmittel-Einnahme werden mit der Zeit immer alltäglicher, die Anlässe immer geringer, bis die Droge gewohn­heitsmäßig durchgehend eingenommen wird, da ohne sie später "nichts mehr läuft" oder man gar nichts mehr "auf die Reihe" kriegt.

Unterschieden wird zwischen psychischer und physischer Abhängigkeit. Psychische Abhängigkeit liegt vor, wenn man um JEDEN Preis sein Suchtmittel beschaffen will.

Man engt sich durch seine Droge ein und verliert soziale Interessen.

Bei physischer Abhängigkeit reagiert der Körper auf die ständige Zufuhr des Suchtmittels und stellt den Stoffwechsel entsprechend um. Wird das Suchtmittel entzogen, reagiert der Körper mit Entzugs­erscheinungen, die abklingen, wenn das Suchtmittel erneut zugeführt wird.

Als Alarmzeichen körperlicher Abhängigkeit lässt sich die Gewöhnung mit Toleranzbildung (Erhöhung der Menge) nennen. Hier kommt es zum Tolerieren von Dosen, die beim ungewohnten Konsumenten zum Tode führen könnten.

Suchtfördernde Faktoren sind oftmals Passivität, Unselbständigkeit, mangelndes Selbstvertrauen, fehlende Bereitschaft, Konflikte durchzustehen, zu hohe Leistungsansprüche an sich und Kontakt­schwierigkeiten.

Typische Entzugssymptome bei Abhängigkeit sind innere Unruhe, Schwitzen, Nervosität, Frieren, Übelkeit, Erbrechen und allgemeine Schmerzen.

 

 
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